Gründe, warum das nichts wird
Stress mit dem Jugendamt? Kinder in Obhut genommen? Dauernd Hausbesuche vom Jugendamt? Schlechtes Gutachten erhalten? Der nächste Gerichtstermin war doch nicht gut? Es gibt viele Gründe, warum Eltern gegen das Jugendamt vorgehen wollen. Aber noch mehr Gründe, warum das nichts wird.

Ganz im Gegenteil sogar:

Wer große Phrasen drischt, vollmundig Parolen schwingt, meint, alles besser zu wissen, verspielt kostbare Zeit und macht es nur noch schlimmer.

Sie wollen sich endlich mal so richtig wehren? Es endlich dem Jugendamt zeigen? Andere Betroffene zusammentrommeln, eine Demo organisieren? Nach Berlin oder Karlsruhe gehen? Den Gutachter bis in Sankt Nimmerleinstag verklagen? Eine Sammelklage wegen Kinderklau initiieren? Den Menschenhandel beenden? Dafür sorgen, dass der Richter seinen Job verliert? Medien & Presse einschalten? Dann viel Glück! Denn das werden Sie brauchen.

Oder mit anderen Worten: Vergessen Sie es! Heute schreiben wir über die Gründe, warum das nichts wird!

10 + x Gründe, warum das nichts wird

Seit über 20 Jahren haben wir unzählige Kontakte mit betroffenen Eltern. Meist wird schon im Erstkontakt schnell klar, warum die Eltern keinen Erfolg im Kampf gegen das Jugendamt haben werden. Entweder, weil sie aus Angst nicht richtig handeln, auf die falschen Leute hören, ihre Energien in unsinnige Aktivitäten stecken oder weil sie einfach nur Schwätzer sind, aber von nichts Ahnung haben.

1. Mein Fall ist der schlimmste

Verfolgt man Gespräche unter Betroffenen, gleichen jene Unterhaltungen einem Wettbewerb, wessen Fall, Jugendamt, Gutachter oder Richter am schlimmsten ist. Anstatt in Kürze den Sachverhalt vorzutragen, um anschließend zielführende Strategien zu entwickeln, überbieten sich die Eltern gegenseitig.

Solche Eltern zeigen nur eins:

Sie haben keine Ahnung vom Thema, ausgeprägte Wahrnehmungsstörungen, leiden an Realitätsverlust oder einer Kombination aus allem.

Wenn es um die Rückführung der Kinder geht, ist dies einer der wichtigsten Gründe, warum das nichts wird.

Würden solche Eltern sich mit bekannten Jugendamtsfällen beschäftigen, wüssten sie, dass es noch viel schlimmer kommen kann. Außerdem zeigen jene Eltern, dass es ihnen nur um den eigenen Fall geht; andere Familien sind egal.

2. Ich geh an die Presse / Medien

Die Fallzahlen steigen. Allein im Jahr 2021 wurden laut statistischem Bundesamt 47.500 Kinder in Obhut genommen. Das sind 130 Fälle pro Tag. Wie realistisch ist es, dass täglich 130 mal über Inobhutnahmen berichtet wird!?

Verkannt wird, dass jede Zeitung, jedes TV-Format eine Presseanfrage an Jugendamt, Gutachter, Familiengericht schickt. Auch dies ist einer der hauptsächlichen Gründe, warum das nichts wird.

Hier lauert nämlich ein Eigentor:

Man bietet Jugendamt oder Pressesprecher des Familiengerichts eine Bühne, wo sich die Gegenseite öffentlich zur Sache äußern kann.

Nach öffentlicher Äußerung können die ihre Richtung nicht mehr ändern.

3. Demo organisieren

In diversen Facebook-Gruppen kommt immer wieder die glorreiche Idee auf, eine Demonstration gegen Umgangsverweigerung, Kindesentzug und Inobhutnahmen zu organisieren. Dabei wird nicht weiter wie ein Meter Feldweg gedacht.

Solche Demonstrationen scheitern bereits an Bequemlichkeit, mangelndem Zusammenhalt sowie der Bereitschaft, Geld auszugeben. Jugendamtsfälle erstrecken sich über das gesamte Bundesgebiet. Was glauben Sie, wie viele Leute kommen, um an der Demo teilzunehmen? Haben Sie eine Idee, wie Sie mit großer Reichweite viele Menschen auf die Demo aufmerksam machen können? Also außerhalb der gefühlten 500 Facebookgruppen, mit den 300 – 400 immer gleichen Mitgliedern, die sowieso nichts aktiv machen?

Davon abgesehen: In Bremen gab es in einem Fall 25 Demos, in Bamberg in der Causa Petra Heller noch viel mehr. Petra Heller hat über 3,5 Jahre alle 2 Wochen eine gut besuchte Demonstration organisiert. Keines der Jugendämter war davon beeindruckt. Resultat: NULL.

Im September 2023 gab es eine großmaulig angekündigte Demonstration, die alles verändern sollte. Resultat: 5 Teilnehmer.

4. Die zeige ich an

Dass Inobhutnahmen, Begutachtungen und familiengerichtliche Verfahren sich nicht immer auf rechtlichem Boden bewegen, ist völlig klar. Dass dort auch Straftaten stattfinden, ist ebenso bekannt. Wegen jedem strafrechtlich relevantem Handeln Sachbearbeiter, Gutachter oder Richter anzuzeigen, ist kontraproduktiv.

Die eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!

Die Ermittlungsbemühungen halten sich ohnehin in Grenzen, wenn es gegen solche Berufsgruppen geht. Am Ende steht oft der Anzeigenersteller als Querulant dar, hat sich erfolgreich weitere Feinde gemacht. Um die Situation zu verbessern, ist es in den meisten Fällen besser, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Die Rückführung der Kinder!

5. Bei mir gab es keine Gründe

Na klar. Nach Auffassung der meisten Betroffenen gibt es im eigenen Fall keine Gründe, warum das Jugendamt vor der Tür steht und die Kinder wegnimmt. Nicht immer muss der Grund in Erziehungsfehlern begründet liegen. Manchmal reicht es, wenn durch eine anonyme Meldung das Jugendamt aktiv wird.

Gibt es jedoch einen berechtigten Grund, warum man mit Jugendamt und Familiengericht Probleme hat, sollte man ehrlich sein, um eine Rückführung zu erreichen. Leugnen, respektive Lügen, ist einer der entscheidenden Gründe, warum das nichts wird.

6. Gejammere & Social Media

Eltern, denen man die Kinder weggenommen hat, haben zu viel Zeit. Diese kann sinnvoll genutzt werden oder dazu, um fatale Fehler zu fabrizieren. Zu viel Social Media Aktivität ist einer der weiteren Gründe, warum das nichts wird mit der Kindesrückführung.

Mütter und Väter gehen in etliche Facebook-Gruppen, schildern ihren Fall, erwähnen bei jeder Gelegenheit, wie schlimm SIE betroffen sind. Weil das noch nicht reicht, wird das alles in Chats wiederholt. Es werden noch ein paar WhatsApp oder Telegram Gruppen gegründet.

Ja, Austausch, Zuspruch, gegenseitiges Unterstützen ist wichtig. Aber wie viel zielführende Hilfe kann man von Menschen erwarten, die selbst – teilweise schon seit Jahren – betroffen sind!?

Übrigens: Zeitstempel unter Postings verraten, wann Online-Aktivitäten stattgefunden haben. Welchen Eindruck hinterlassen Eltern, die rund um die Uhr im Netz posten?

7. Falsche Kontakte & Pseudo-Helfer

Warten Sie vergebens auf die Rückführung Ihrer Kinder, kommen als einer der Gründe, warum das nichts wird, falsche Kontakte in Betracht. Andere Betroffene, die Kinder und Sorgerecht nicht vollständig zurück haben, aber anderen gute Ratschläge geben wollen, richten mehr Schaden als Nutzen an. Leider gilt das auch für manche, die sich als Unterstützer anpreisen.

Wägen Sie sehr genau ab, wem Sie Ihre Akten anvertrauen, wer Sie zu Jugendamt oder Gerichtsverhandlungen als Beistand begleitet. Man wird SIE für alles verantwortlich machen, was vermeintliche Helfer fabrizieren. Lesen Sie hierzu in unserer Fallsammlung „Familienrecht Gerichtsurteile“ den oberen Eintrag zum Thema „Falscher Beistand„.

Kommt es mit solchen Leuten oder auch „Vereinen“ zum Disput, ist auch noch damit zu rechnen, dass Ihre persönlichen Daten inklusive Akten im Netz wiederzufinden sind.

Lassen Sie sich keinesfalls darauf ein, Ihre Kinder ins Ausland zu verbringen.

Mehrmals pro Monat wenden sich verzweifelte Elternteile an uns, die wegen solchen „Unterstützern“ nun gar keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern haben dürfen, Umgangskontakte verloren haben oder sich vor Gericht wegen Kindesentzug verantworten müssen. Im Februar 2023 wurde deshalb eine Mutter verurteilt! Die Redaktion von recht-obsolet steht mit der Mutter in Kontakt.

8. Ausdrucksweise & öffentliche Postings

Stehen Väter und Mütter unter Beschuss des Jugendamts, sollte stets auf die eigene Ausdrucksweise geachtet werden. Dies gilt für sämtliche Gespräche mit dem Amt, aber auch bei Postings und Kommentaren in sozialen Netzwerken. Gegenseite liest mit!

Es schadet auf keinen Fall, vor dem Absenden Postings auf Rechtschreibung, Grammatik sowie Satzzeichen zu prüfen. Gegen vereinzelte Tippfehler hat niemand etwas. Bestehen Postings allerdings überwiegend aus Rechtschreibfehlern, Sätzen, welche selbst beim 10. mal lesen niemand versteht oder fehlen sämtliche Satzzeichen, kann man daraus den Schluss ziehen, dass diese Eltern unfähig sind, dem Kind beim Lernen und den Hausaufgaben zu helfen.

Im Umgang mit dem Jugendamt ist es hilfreich, sich dessen Fachsprache anzueignen. Das macht in Gesprächen kompetenten Eindruck, zeugt davon, dass die Eltern sich bestens informieren.

9. Soziale Kompetenzen

Bitte, Danke, Rücksichtnahme sowie Zuverlässigkeit sind soziale Kompetenzen, an denen es betroffenen Elternteilen oftmals mangelt. Nehmen sich ehrenamtliche Helfer Zeit für Sie, gehört es sich, ‚Bitte‘ und ‚Danke‘ zu sagen. Eine Selbstverständlichkeit ist auch, die Privatsphäre des Gegenübers zu achten.

Beispiel: Die Telefonnummer im Impressum von recht-obsolet.de. Diese gehört zu den Pflichtangaben einer Webseite – aber ist keine Beratungs-Hotline. Anrufe sind nur zulässig, wenn es unmittelbar um die Webseite geht.

Beherrschen Väter und Mütter es nicht einmal, minimalste Gepflogenheiten von Anstand einzuhalten, fällt dies Jugendamt, Sachverständigen sowie Familiengericht ebenfalls auf! Wo auf Anhieb erkennbar soziale Kompetenzen fehlen, ist es um die Erziehungskompetenz vielleicht nicht besser gestellt.

10. Faulheit

Wir, die unsere Kinder zurückgeholt haben, werden häufig nach einem Tipp gefragt und danach, wie wir unsere Kinder zurückbekommen haben. Weder gibt es den einen Tipp, noch haben wir unsere Kinder zurückbekommen. Wir haben sie uns auf legalem Weg zurückgeholt! Mit enormen Aufwand, taktischem Verhalten, kluger Strategie. Sturheit, Arroganz, Drohgebärden, Strafanzeigen, noch mehr Gerichtsverfahren eröffnen, trugen nie zum Erfolg bei.

Hat das Jugendamt die Kinder in Obhut genommen und Sie wollen wissen „Wie bekomme ich mein Kind zurück?„, sollten Sie sich dessen bewusst sein:

  • Lediglich 4 % der entzogenen, fremdplatzierten Kinder werden zurückgeführt.
  • Es ist keine Selbstverständlichkeit, sich erfolgreich gegen das Jugendamt zu wehren.
  • Kinder kommen nicht zurück; die Rückkehr in Obhut der Eltern ist ein langwieriger Prozess, welcher nur mit Fleiß und intensiven Bemühungen einhergeht.

Einer der allerwichtigsten Gründe, warum das nichts wird mit einer Rückführung der Kinder liegt bei den Eltern. Faulheit, Bequemlichkeit, Unzuverlässigkeit sowie falsche Prioritäten haben noch kein Kind zurück in seine Familie gebracht.

Schaffen Sie es noch nicht einmal, ein vereinbartes Telefonat zu führen, wird das nichts.

11. Sammelklage gegen Jugendämter

In Facebookgruppen zur Sammelklage aufzurufen, ist reine Zeitverschwendung. In Deutschland gibt es keine Sammelklage. Erst seit Ende 2022 besteht Möglichkeit, dass qualifizierte Verbände für Verbraucher im Rahmen des Verbraucherrechtedurchsetzungsgesetzes gesammelt klagen können. Privatpersonen haben solche Möglichkeiten nicht.

12. Keine haltlosen Ankündigungen / Drohungen

In Gesprächen zwischen Müttern, Vätern und den Sachbearbeitern der Jugendämter herrscht ein massives Ungleichgewicht. Während Sachbearbeiter tagtäglich Kinder als „Sache“ bearbeiten, nicht emotional beteiligt sind, sondern einen Fall abarbeiten, handeln Eltern auf höchst emotionaler Ebene.

Aus Traurigkeit, Wut, Verzweiflung und Angst lassen sich Eltern dazu hinreißen, dem Jugendamt beispielsweise mit Anwalt, Presse, Fernsehsender oder Strafanzeige zu „drohen“.

Davon lässt sich kein Jugendamt beeindrucken!

Durch tägliches Erleben haben sich Sachbearbeiter daran gewöhnt. Wissen, dass selbst Anwälte kaum etwas erreichen. Ebenso wissen Sachbearbeiter, dass Presse und Medien nur sehr selten über solche Fälle berichten – und wenn, dann schickt das Amt seinen Pressesprecher vor, welcher der Öffentlichkeit versichert, dass die Behörde zum Schutz des Kindeswohls verpflichtet ist und sich an das Gesetz hält. Strafanzeigen werden regelmäßig eingestellt.

Wollen Sie ernst genommen haben, machen Sie keine Ankündigungen über Maßnahmen, die von vorne herein zum Scheitern verurteilt sind. Vor allem: Verzichten Sie auf Maßnahmen, die nichts bringen. Es versteht sich von selbst, dass Drohungen tabu sind.

13. Akteneinsicht & Auskunft nach DSGVO

Beides ist sinnvoll und sollte zu einem taktisch geschickt ausgewählten Zeitpunkt beantragt bzw. gefordert werden. Insbesondere, wenn das Jugendamt Akteneinsicht ablehnt, ist die Aufforderung zur Auskunft nach DSGVO überaus sinnvoll.

Allerdings sind weder Akteneinsicht noch Auskunft nach DSGVO Garanten, dass man dadurch im Sorgerechtsverfahren voran kommt. Angebliche Experten, die Ihnen raten, hier und da Akteneinsicht einzuklagen, die Gegenseite mit Briefen und Aufforderungen zur Offenlegung gespeicherter Daten zu überhäufen, Klagen beim Verwaltungsgericht einzureichen, haben das Wesentliche nicht im Blick: Erweiterung der Umgangskontakte oder Rückführung der Kinder.

Je mehr Nebenschauplätze Sie eröffnen, desto mehr wird man Ihnen den Querulanten-Stempel aufdrücken und desto mehr Baustellen haben Sie. Fokussieren Sie sich auf das Nötigste!

14. Das ging gerade nochmal gut

Tauchen erstmals Probleme mit dem Jugendamt auf, kann das erstmal gut für die Familie ausgehen. Nicht immer endet das erste Gerichtsverfahren oder die erste Begutachtung zum Nachteil der Eltern.

In der Regel bleibt es jedoch nicht bei diesem einmaligem Konflikt. Sobald die Behörden erstmals auf eine Familie aufmerksam (gemacht) wurden, muss damit gerechnet werden, dass erneute Kontrollen und Versuche stattfinden werden, um eine Familienhilfe installieren, die Mutter in ein Mutter-Kind-Heim zwingen, das Kind sowie das Sorgerecht entziehen zu können.

Anstatt sich beruhigt zurückzulehnen und zu denken „Puh, das ist nochmal gut gegangen!“, sollten die Eltern sich sorgfältig informieren, sich mit den rechtlichen Begebenheiten vertraut machen und planen, wie man künftig vorgehen wird, um nächste Auseinandersetzungen und Eingriffen des Jugendamts abzuwehren.

15. Ich habe gerade keine Zeit

Nur den wenigsten Eltern gelingt es, Probleme mit dem Jugendamt zu beenden. Einer der häufigsten Gründe, warum das nichts wird, ist die Ausrede „Ich habe gerade keine Zeit!„.

Fachwissen aneignen, erfolgreiche Strategien entwickeln, Austausch mit erfahrenen und kompetenten Helfern setzt Eigenengagement sowie das Setzen der richtigen Prioritäten voraus.

In all den Jahren sind uns die kuriosesten Ausreden begegnet, warum betroffene Eltern dieses oder jenes nicht tun können oder gerade keine Zeit haben, um mit ihren Unterstützern zu telefonieren. Die haben sich gefälligst nach den betroffenen Eltern sowie deren Befindlichkeiten zu richten, nicht anders herum.

Da muss dringend der Keller aufgeräumt, der Gartenzaun gestrichen, das Kind des Freundes gehütet oder sich tagelang ausgeruht werden, weil das Thema einen „so fertig macht„, das Gespräch beim Jugendamt oder die Anhörung beim Familiengericht so anstrengend war.

Respektvoll, dankbar und effizient mit der Zeit der Unterstützer umzugehen, zählt selten zu den positiven Eigenschaften Betroffener.

Aber ungeachtet dessen drängt sich die Vermutung auf, dass solche Eltern völlig zu recht unter Beschuss des Jugendamts stehen.

Wenn noch nicht mal Zeit und Kraft vorhanden sind, um eine Inobhutnahme abzuwenden, die Kinder aus einer Inobhutnahme wieder zurückzuholen oder die eigene Familie vor Willkür zu schützen, deutet dies auf eine erhebliche Überforderung hin.

16. Unfähigkeit zur Zusammenarbeit

Nach wie vor sind wir überzeugt, dass jedes Kind aus einer Inobhutnahme zurückgeholt werden kann. Würde es nicht am Verhalten der Eltern scheitern.

Vor wichtigen Terminen nimmt man gerne, am besten kostenlos, die Zeit der Unterstützer in Anspruch, um sich auszuheulen. Selten wird die Zeit genutzt, den Experten zuzuhören, um eine geeignete Strategie zu entwickeln und zu trainieren, wie man sich bei Jugendamt, Gutachter, Verfahrenspflege oder Gericht richtig verhält.

Lieber befolgt man Empfehlungen aus dem Freundeskreis. Jeder weiß es besser als jene, die sich seit Jahrzehnten in diesem Thema bewegen und herausragende Erfolge vorzuweisen haben.

Um später die Kastanien aus dem Feuer zu retten, die man selbst vorher dort hinein geworfen hat, sind die Unterstützer dann aber wieder gut.

Im besten Fall folgt die Erkenntnis, das dies keine gute Idee war, nachdem das Sorgerecht entzogen oder das Kind in Obhut genommen wurde.

Doch selbst danach gestaltet sich die Zusammenarbeit schwierig. Anstatt Ergebnisse aus Jugendamtsgesprächen, Gutachterexploration oder Gerichtsverhandlungen direkt an die helfenden Experten weiterzugeben, solange diese noch frisch im Gedächtnis sind, lässt man sich lieber im Privatumfeld bemitleiden, wie „gemein“ das alles ist.

Resultierend daraus kann und muss man berechtigterweise konstatieren:

In vielen Fällen sind es Eltern selber schuld!

17. Sich an andere ranzecken

Im Punkt 17 der häufigsten Gründe, warum das nichts wird, vereinen sich gleich mehrere Aspekte, warum Eltern und Großeltern erfolglos bleiben. Nachfolgende Kommunikation ist ein Paradebeispiel dafür, wie man sich selbst schneller ins Abseits befördern als die Gehirnzellen rattern können.

Man will von jemand Erfahrenem Unterstützung und die Person für sich gewinnen. Deshalb nimmt man sich für die erste Kontaktaufnahme exakt 2 Wörter Zeit – das muss reichen – und versinkt dann erstmal knapp 2 Stunden in Versenkung, bevor man sich dann großmütig dazu herablässt, zu antworten.

Durch Ranzecken erfolglos im Kampf um die Kinder

Anstatt wenigstens nach so langer Bedenkzeit vernünftig in die Konversation einzusteigen mit einer Person, von der man etwas will, blökt man diese erstmal an.

Weißt du, alleine schon die Art und Weise, wie du deine Hunde vorschiebst, zeigt mir schon, wie eine “Zusammenarbeit” laufen würde.

Das ist keine Rechtfertigung für dein Verhalten, sondern damit wolltest du ganz beabsichtigt mich für dumm verkaufen und den Versuch unternehmen, mir ein schlechtes Gewissen zu machen. Wo du ja so vorbildlich dich um deine Hunde kümmerst. Und als “Beweis” dafür schickst du gleich auch noch zwei Bilder mit.

Mit sozialer Kompetenz hat das nichts zu tun. Du willst was von mir, dafür reichen dir 2 Wörter und ich soll dir anschließend die Würmer aus der Nase ziehen? Beste Voraussetzungen, es dem Jugendamt, dem Richter, dem Gutachter es mal so richtig zu zeigen.

Was du da vor hast, haben mir in den letzten 20 Jahren schon TAUSENDE von Eltern geschrieben, genauso vollmundig, wie du. Rausgekommen ist bei noch keinem von denen irgendwas!

Die Dame, die hier das Gassi gehen vorschob, um ihre missratene und vielsagende „Kommunikationskultur“ zu Besten gab, teilte zwischendurch kryptisch mit:

„Wir wollen es gross raus bringen ersten auf tiktok und wollen ein. Buch über das verlogene Jugendamt über die verlogene Richter , und über die durch und durch falsche Gutachten bringen wärest du dabei .“

Was auch immer die Gute zur Annahme bewogen hat, dass jemand, der sich seit über 20 Jahren intensiv in der Thematik bewegt, Interesse an einer Zusammenarbeit haben könnte, bleibt fraglich. Könnte sich dies jedoch dem ein oder anderen angesichts dieses Engagements erschließen, der über mehr als 2 funktionierende Gehirnzellen verfügt.

Doch nicht nur die verbale und soziale Unfähigkeit stehen dem Interesse an einer Zusammenarbeit entgegen. Ebenso die Arroganz zu meinen, dass alte Hasen auf solche Angebote nur warten. Und deshalb erteilt man jener erfahrenen Person, deren Hilfe man  will, im Anflug von Größenwahn diese Absage:

„Na da irrst du dich aber gewaltig ,na schön wenn du nicht dabei sein willst ,du verkennst mich total wer nicht will der hat schon ,ein schönes Leben wünsche ich dir noch .“

Immerhin hat die Gute es richtig erkannt. Wer nicht will, der hat schon – seine Kinder zurück, die Probleme mit dem Jugendamt gelöst, ein Buch geschrieben …

Nach dem Hinweis, sich hier aus der Liste passende Gründe auszusuchen, warum das nichts wird, wurde kurzerhand der Blockier-Button genutzt. Die Daumen sind gedrückt, dass das auch beim „verlogenen Jugendamt“, beim „verlogenen Richter“ und bei den „durch und auch falschen Gutachten“ funktioniert. ;-)

Die zittern bestimmt schon ganz fürchterlich. Vor DEM TikTok Kanal und DEM Buch, bei dem man ein Navigationsgerät braucht, um in seinem Inhalt die Durchblick zu bekommen – sofern es jemals geschrieben und verlegt wird.

18 – Ich gehe an die Medien

Pro Jahr werden derzeit um die 60.000 bis 80.000 Kinder in Obhut genommen. Bei kaum einer Inobhutnahme geht es mit rechten Dingen zu. Fast alle Eltern wenden sich irgendwann an die Medien. Angesichts der hohen Fallzahlen kann sich jeder ausrechnen, wie häufig bei den Redaktionsteams von RTL, Stern TV, Spiegel TV, Bildzeitung, Focus und Co E-Mails und Anrufe eingehen.

Eine realistische Chance kann nicht schaden. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Presse oder Fernsehformat über den eigenen Fall berichten? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Pressemeldung oder Fernsehbeitrag wie gewünscht ausfallen?

Über den eigenen Kinderklan-Fall in den Medien vortragen zu lassen, kann auch gewaltig nach hinten losgehen.Bevor Journalisten über einen Fall medial berichten, müssen sie eine Presseanfrage an das Jugendamt senden und die Gegenseite zu Wort kommen lassen. Diese wird in der Öffentlichkeit ihr Handeln rechtfertigen und somit die Legitimation manifestieren. Dadurch kann eine Umkehr verunmöglicht werden.